Offener Brief des Vereins „Opferperspektive“ zur rechten Gewalt in Frankfurt (Oder)

In einem offenen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt
(Oder) und weitere Akteure aus Politik, Kommune und Zivilgesellschaft
macht die Brandenburger Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt,
Opferperspektive e.V., heute darauf aufmerksam, dass Frankfurt (Oder)
gerade eine Welle rechter Gewalt erlebt.

Bis zum 31. Juli 2016 registrierte die Opferperspektive e.V. schon zehn
gewalttätige Angriffe, die auf einer rechten Tatmotivation beruhten.
Fünf dieser Angriffe müssen als schwerwiegend bewertet werden, weil den
Betroffenen schwere Verletzungen zugefügt wurden oder diese Taten aus
einer größeren Tätergruppe heraus begangen wurden. Mehrere Taten
ereigneten sich tagsüber bzw. in den frühen Abendstunden und im
Stadtzentrum. Diese Entwicklung ist hochgradig besorgniserregend. Viele
potentiell Betroffene fühlen sich in Frankfurt (Oder) mittlerweile nicht
mehr sicher.

In ihrer langjährigen Beratungspraxis hat die Opferperspektive e.V.
immer wieder festgestellt, dass eine öffentliche Ächtung der Taten,
soziale Sanktionen gegen die Täter_innen und das sie unterstützende
Umfeld und eine Solidarisierung mit den Betroffenen wirksame Mittel
sind, um rechte Gewalt und deren Auswirkungen zu bekämpfen.

Aus diesem Grund ruft die Opferperspektive e.V. die Vertreter_innen der
Stadtgesellschaft dringend dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass rechte
Gewalt in der Frankfurter Bürgerschaft und Kommunalpolitik in einem
deutlich stärkeren Umfange als bisher thematisiert wird und
Anstrengungen unternommen werden, dem Klima, in dem diese Taten
geschehen entgegen zu wirken.

Link zum offenen Brief:
http://www.opferperspektive.de/aktuelles/offener-brief-zu-rechter-gewalt-in-frankfurt-oder

Liste der im Jahr 2016 in Frankfurt (Oder) von der Opferperspektive registrierten Angriffe:
http://www.opferperspektive.de/wp-content/uploads/2016/08/Fallliste_FFO_2016.pdf

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